Lesekreis April 2026
Betty Boras: Das schönste aller Leben...
„Das schönste aller Leben“ von Betty Boras verbindet auf eindrucksvolle Weise zwei Frauenleben über Jahrhunderte hinweg. Im Mittelpunkt steht Vio, die nach dem Ende der rumänischen Diktatur mit ihrer Familie nach Deutschland kommt. Zwischen Anpassungsdruck, Leistungsanspruch und dem Wunsch dazuzugehören versucht sie, sich ein neues Leben aufzubauen. Jahre später gerät ihre mühsam gewonnene Stabilität ins Wanken, als ihre kleine Tochter durch einen Unfall sichtbare Narben davonträgt und Vio von Schuldgefühlen überwältigt wird. Parallel erzählt der Roman von Theresia im 18. Jahrhundert, die aufgrund gesellschaftlicher Moralvorstellungen verfolgt und entrechtet wird.
Betty Boras schreibt bildhaft, intensiv und atmosphärisch dicht. Mit großer Sensibilität verbindet sie Themen wie Migration, Schönheit, weibliche Selbstbestimmung und generationsübergreifende Verletzungen.
Ein vielschichtiger Roman für Leser*innen, die literarische Familiengeschichten, starke Frauenfiguren und emotionale, gesellschaftlich relevante Themen schätzen.
hanserblau, 2026, 240 Seiten
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